Traunsteins Grünen-Ortsverband diskutierte über Europa
„Pro-Europa“-Poster hingen an den Wänden im Traunsteiner Sailer Keller bei unsrer Veranstaltung mit dem Titel: „Europa – was hat es uns gebracht und was gibt es zu verbessern?“ – und alle Teilnehmer waren sich einig, dass Europa, die Europäische Union, der Euro und das Schengen-Abkommen für uns alle etwas Tolles sind, das es zu verteidigen gilt.
Kreisrätin Burgi Mörtl-Körner erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass wir durch die Europäische Gemeinschaft die längste Phase des Friedens in Europa genießen. Andererseits gibt es in der EU noch viele ungelöste Probleme. So erwähnte Helga Mandl als Beispiel die vielen gut ausgebildeten jungen Menschen in Südeuropa, die keinen Arbeitsplatz finden und die Menschen in Griechenland, die immer weniger Geld zur Verfügung haben oder arbeitslos geworden sind.
Stadtrat Wilfried Schott sagte darauf: „Wir können auch selbst etwas für Europa tun, zum Beispiel in Griechenland Urlaub machen“.
Als eine Gefahr für die Zukunft sieht Thomas Lang-Nachtnebel die gravierenden Unterschiede von einem Mitgliedsland zum anderen: „Es darf keine weitere Spaltung der Gesellschaft geben, denn es gibt keine Sicherheit dafür, dass der Nationalismus nicht noch weiter aufkeimt“, so Lang-Nachtnebel.
„Deswegen waren die vielen spontan entstandenen „Pulse-of Europe“-Demonstrationen so gut, bei denen sich in den letzten Wochen Menschen explizit für Europa ausgesprochen haben“, sagte Helga Mandl.
Kristof Gluth konnte die Vorteile der freien Arbeitswahl innerhalb der EU selbst nutzen und er berichtete: „Eine Weile in England arbeiten, das war das Beste, was ich je erlebt habe“
.„Ich bin jetzt 37 Jahre alt, für mich ist Europa normal und gut“
Jessica Franzen, Traunstein
Im Laufe der Diskussion kam man wieder darauf zu sprechen, was an der EU noch zu verbessern ist. Zu viel Bürokratie und zu wenig Transparenz wurden am meisten bemängelt. So meinte Herbert Buchner. „Wir haben zu wenig Einblick, was passiert, die EU muss besser vermitteln, was sie tut.“ Doch auch er glaubt, dass die EU trotz aller Probleme Zukunft hat. Der gleichen Ansicht ist Stadtrat Thomas Stadler: Er setzt stark auf die Jugend und ist hofft, dass sich mit ihrer Hilfe der Europagedanke immer weiter durchsetzen wird.
Kristof Gluth hat die langfristige Vision der „Vereinigten Staaten von Europa“ als Vorstufe der „Vereinigten Staaten der Welt“ und Thomas Lang-Nachtnebel meinte: Ich liebe die Begegnung mit anderen Menschen, das ist eine Bereicherung, auch wenn unterschiedliche Meinungen vorhanden sind.“
Am Ende der Veranstaltung sagte Jessica Franzen zusammenfassend: „Ich bin jetzt 37 Jahre alt, für mich ist Europa normal und gut“. (Wolfgang Wörner)
9. Mai 2017



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