„Journalismus unter Beschuss – was ist uns Pressefreiheit wert?“ – zu diesem Thema hatten wir im Vorfeld zum Traunsteiner Demokratiefest zu einem Sonder- Grünen Themenabend eingeladen.
Gast war die Landtagsabgeordnete Sanne Kurz, Sprecherin der Grünen für Kultur und Medien und Mitglied im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks.
Fachkundig erzählte sie, dass sich in den letzten Jahren die Mediennutzung komplett verändert hat, dass junge Leute kaum mehr Radio hören und sich hauptsächlich in den Internet-Plattformen informieren. Aber dort „wird keine eigene journalistische Arbeit geleistet“, so Sanne Kurz.
Darüberhinaus inserieren Werbetreibende auf diesen Plattformen und deren Anzeigen fehlen dann in den Qualitäts-Medien.
Moderator Ciaran Hoey, Berufsschullehrer an der BS1 in Traunstein ergänzte: „Ich habe in einer Klasse gefragt, wieviele von den 30 Schülern Zeitung lesen – es waren gerade mal zwei“. Er schlägt eine Art Medienführerschein vor.
Sanne Kurz sagte daraufhin, dass glücklicherweise für Kinder und Jugendliche schon vergleichsweise viel getan wird, aber „wie schaffen wir es, dass z.B. auch Zuwanderer eine Medienkompetenz bekommen?“
„Ganz generell wird viel zu wenig gefragt, von wem kommt eine journalistische Information und wer bezahlt dafür?“ so die Referentin, die nach ihrem Vortrag Fragen aus dem Publikum beantwortete. Dabei wurde deutlich:
– Wir Bürgerinnen und Bürger sollten uns überlegen, was wir bereit sind für guten und freien Journalismus zu bezahlen,.
– Wenn die Presse nicht frei ist, verlieren die Bürger ihr Vertrauen in die Demokratie,
– Die Algorithmen der Internet-Plattformen müssen transparent sein und die Grundwerte der Demokratie achten.
– Ohne Presse verliert die Demokratie den Nahkontakt zu den Bürgern und
– Wenn keiner mehr berichtet (Lokalteil), dann schadet das dem Leben im Ort, z.B. den ansässigen Vereinen, weil keiner mehr erfährt, was sich so tut.

Mit Sanne Kurz, MdL (rechts im Bild), diskutierten (von links) Max Kellnberger, Ines Nachtnebel, Martina Wenta, Burgi Mörtl-Körner, Ciaran Hoey und Helga Mandl.



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