TRAUNSTEINER GRÜNE DISKUTIEREN ÜBER BAUEN IN HOCHWASSERGEBIETEN
„Das nächste Hochwasser kommt bestimmt“ war der Titel einer öffentlichen Veranstaltung der Traunsteiner Grünen im Sailer Keller zu Klimawandel und zum Bauen in hochwassergefährdeten Gebieten
Zunächst berichtete Ortssprecher Wolfgang Wörner von der gerade stattfindenden Klimakonferenz in Bonn und von den laufenden Sondierungen der Jamaika-Parteien, bei denen den Grünen der Klimawandel ein extrem wichtiges Zukunftsthema ist. „Trotz immer extremer werdender Wetterphänomene“, so stellte er fest, „wird heute immer noch in hochwassergefährdeten Gebieten neu gebaut.“
Das war das Stichwort für einige Anwohner der Daxerau, die die Veranstaltung besucht hatten. Dort soll anstelle der Tennishallen ein großes Wohngebiet mit Tiefgaragen entstehen (wir berichteten), obwohl dort große Hochwassergefahr besteht. Anwohner Josef Mayer jun. lehnt es ab, dass da „so massiv reingebaut wird“. Er drückte es recht drastisch aus: „Ein normal denkender Mensch kann das nicht für gut finden“. Alexander Callegari, der in einem älteren Haus in der Daxerau wohnt, führte dann detailliert aus, welche Gefahren und auch Kosten auf die Bewohner der bestehenden Häuser zukommen werden, wenn das neue Wohngebiet realisiert wird.
Thomas Lang-Nachtnebel fragte ihn: „Könnt Ihr Eure Häuser nicht schützen?“ Callegari hierauf: „Das sind alte Häuser, die kann man sicher von außen zu schützen versuchen, aber gegen steigendes Grundwasser können wir nichts machen“.
Nur die Grünen Stadtratsmitglieder hatten im Stadtrat gegen die Aufstellung des Bebauungsplans für dieses Gebiet gestimmt. Stadträtin Burgi Mörtl-Körner beklagte die aktuellen Interessenlage: „Keiner interessiert sich für den Klimawandel!“
Aber Wohnungen werden gebraucht: Welche Alternative gibt es zum Wohngebiet Daxerau? Stadtrat Wilfried Schott berichtete: „Auf dem Areal am Bahnhof können 200 bis 300 Wohnungen entstehen.“
Helga Mandl wies darauf hin, dass für Schäden, die durch Hochwasser entstehen, nach Ablauf der Gewährleistungspflichten die Allgemeinheit aufkommt: „Und die Allgemeinheit, das sind wir alle.“
Stadtrat Thomas Stadler brachte zum Schluss der Veranstaltung eine Idee für Neubauten in hochwassergefährdeten Gebieten ins Gespräch: „Man könnte doch ein Haus auf Stelzen bauen, das bildet keinen Riegel, das Wasser kann einfach durchfließen.“ Wolfgang Wörner
(16. November 2017 )




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